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Gremminer See
Der Gremminer See entstand künstlich an der Stelle, an der die Apparatschiks der DDR die Heimat einiger Bewohner, nämlich den Ort Gremmin in der Dübener Heide im Jahre 1981 aufgrund vermuteter "riesiger Braunkohlevorkommen" kurzerhand (wie so oft) einfach weggeabaggert haben. Dass die Braunkohlefunde schließlich nicht den Erwartungen entsprachen, sei nur am Rande erwähnt. Gremmin befand sich 3 km nördlich von Gräfenhainichen, das ist etwa die Stelle, an der sich heute die Mitte des neu entstandenen Sees befindet.
Der ehemalige Ort mit bis zu 230 Einwohnern wurde erstmals 1201 erwähnt, urkundliche erst 1400. Es gab dort eine eigene Schule und eine Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Der Friedhof des Ortes wurde umgesetzt, was für die ehemaligen Bewohner des Dorfes ein sehr schmerzliches Erlebnis war.
Nach der "Überbaggerung", wie das Entfernen der heimatlichen Orte gemeinhin verharmlosend genannt wird, entstand nach der Wende aus dem Tagebaurestloch der Gremminer See durch Flutung. Der See umschließt eine Halbinsel, auf der der Kunstort "Ferropolis" beheimatet ist. Ferropolis ist ein mit Museumscharakter gestalteter Ort, der sich auf einer Halbinsel inmitten des Gremminer Sees befindet.

Eine große Arena kann und wird für Großveranstaltungen genutzt, um die Arena sind alte Bagger aus dem ehemaligen Tagebau platziert, die teilweise sogar begehbar sind.
Im Jahr 2001 wurde die Gremminer Brücke eingeweiht, die über die Ortsumfahrung Gräfenhainichens quasi zum See bzw. zum ehemaligen Ort Gremmin führt. Sie ermöglicht Fußgängern und Radfahrern ein sicheres Überqueren der Ortsumfahrung, sinnbildlich betrachtend könnte man natürlich der subjektiven Interpretation des Bauwerkes einen eigenen Raum geben.
Rund um den Gremminer See ist ein etwa 13 km langer Radwanderweg angelegt, der zu etwa 80% bitumiert ist und für Radtouren im Landkreis Wittenberg eine echte Erholungsalternative im Vergleich zum Zustand anderer Radwege darstellt. Der liebevoll gestaltete Weg ist zwischen 2 und 4m breit und wird bereits seit einigen Jahren von vielen Touristen genutzt. Viele Bänke laden zum Verweilen ein. An der südlichen Seite befindet sich zudem ein Kunst- und Geschichtspfad, der die Geschichte von Gremmin darstellt und Kunstwerke junger Schüler der Ferropolisschule in Gräfenhainichen präsentiert. Die beiden als Vogelwarten und ursprünglich als Expo-Projekte geplanten Aussichtspunkte am Rande des Sees ermöglichen eine gute und vor Wettereskapaden geschützte Sicht über den See.

Alles in allem ist die Tour um den Gremminer See mit dem Fahhrad in einer guten Stunden zu schaffen. Es ist nicht nur flach, einige kleine Steigungen sind zu bewältigen und natürlich gibt es auch Stellen, die dem Fahrradfahrer zu schaffen machen (Schotter, Schlaglöcher), diese halten sich aber sehr in Grenzen. Lobenswerte Gestaltung.
Tour erfahren am 13.06.2010 (Torsten Sielaff)

